Vorstandsmitglied des DLR und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR
Liebe Leserin, lieber Leser,
die ESA-Ministerratskonferenz 2025 in Bremen endete mit einem großen Erfolg für Deutschland. Mit einem klaren, entschlossenen und visionären Votum haben wir gemeinsam mit den anderen ESA-Mitgliedsstaaten die Zukunft der europäischen Raumfahrt neu definiert. Und Deutschland hat dabei eine Schlüsselrolle gespielt – nicht nur als stärkster Finanzier, sondern als treibende Kraft hinter einem tiefgreifenden Paradigmenwechsel hin zu mehr Wettbewerb und Kommerzialisierung, insbesondere aber auch zu deutlich mehr Unabhängigkeit und Resilienz.
In der Sonderausgabe unseres -Magazins wollen wir Sie über dieses wegweisende Ereignis informieren.
Deutschland ist mit einem Beitrag von rund 5,4 Milliarden Euro der stärkste Partner der ESA – das entspricht 23 Prozent der Gesamtzeichnungssumme. Was aber noch wichtiger ist: Deutschland hat sich in Bremen sehr zielgerichtet an 16 von 22 Programmen beteiligt und bei 9 Programmen sogar die Programmführerschaft übernommen oder fortgeführt, damit wichtige Missionen und Programme unter deutscher industrieller und wissenschaftlicher Führung durchgeführt werden. Was das genau bedeutet und wie wir die im Vorfeld gesteckten Ziele nun umsetzen werden? Dazu können Sie in dieser Ausgabe ein gemeinsames Interview von Ministerin Dorothee Bär und mir lesen. Zudem haben wir die Zeichnungen der ESA-Ministerratskonferenz aufbereitet und liefern Input zu den ESA-Programmen. Wir blicken aber auch weiter zurück – auf die Beschlüsse von Sevilla und den Beginn der European Launcher Challenge (ELC). Denn was wir im Bereich der Trägerraketen mit dem Mikrolauncher-Wettbewerb begonnen haben, setzt sich nun mit größeren Raketen fort. Zudem hat das Bundesministerium der Verteidigung mit 35 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren immens in die Raumfahrt investiert und sich auch stark an der ESA-Ministerratskonferenz beteiligt. Lesen Sie hierzu einen Gastbeitrag von Generalleutnant Michael Vetter.
Und auch das Artemis-Programm wird in diesem Heft eine Rolle spielen. Deutschland ist Teil des neuen Aufbruchs zum Mond, und das wurde in Bremen einmal mehr deutlich. So wird die erste Europäerin oder der erste Europäer, die oder der zum und um den Mond fliegt, eine Deutsche oder ein Deutscher sein. Ein klares Signal: Deutschland ist nicht nur der größte Geldgeber – wir sind auch der Wegbereiter für die nächste Generation der europäischen Exploration.
Und noch ein weiteres Interview möchte ich Ihnen ans Herz legen. Die -Redaktion hat sich im November in Bremen mit unseren deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer sowie dem Mitglied der ESA-Astronautenreserve Amelie Schoenenwald getroffen. Herausgekommen sind spannende und teilweise auch sehr persönliche Einblicke in das Denken und die Motivation unserer „Astros“.
Zuletzt möchten wir in dieser auch etwas fürs Auge bieten: Ein Bilderzyklus zeigt Eindrücke von der Konferenz und von der neuen Wanderausstellung der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR: „Space made in Germany“. Sie gastierte zeitgleich zur Ministerratskonferenz im Space Hub Bremen, der rund 100.000 Besucherinnen und Besucher anlockte.
Raumfahrt ist mehr denn je ein zentraler Bestandteil unseres Alltags, unserer Sicherheit und unseres Wohlstands. Die Zukunft der Raumfahrt liegt in unserer Hand – und wir werden sie gestalten.
Ich wünsche Ihnen wie immer eine angenehme Lektüre dieser COUNTDOWN .
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