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DEUTSCHLAND BLEIBT ZENTRALER PARTNER DER EUROPÄISCHEN RAUMFAHRT

Am 26. und 27. November 2025 haben die Ministerinnen und Minister der 23 ESA-Mitgliedsstaaten in Bremen getagt, um die Zukunft der europäischen Raumfahrt zu gestalten. Die Ministerratskonferenz ist das wichtigste Gremium der ESA.

Deutschland beteiligt sich als stärkster Partner der ESA mit rund 5,4 Milliarden Euro an den Programmen. Doch was bedeutet diese Investition für die Zukunft Deutschlands im Weltraum? Was sind die Ziele, Visionen und Herausforderungen? Dazu haben wir im Februar mit der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) Dorothee Bär und dem DLR-Vorstandsmitglied und Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Dr. Walther Pelzer gesprochen. Zusammen mit Staatssekretär
Dr. Marcus Pleyer (BMFTR) standen sie an der Spitze der deutschen Delegation.

Unterstützt wurden sie von Vertreterinnen und Vertretern ihres Ministeriums, des Bundesministeriums für Verkehr, des Bundesministeriums der Verteidigung und der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR.

Frau Ministerin, doppelte Premiere für Sie. Als erste deutsche Ministerin für Raumfahrt waren Sie zum ersten Mal bei einer ESA-Ministerratskonferenz dabei, die zudem noch in Deutschland stattgefunden hat. Was nehmen Sie mit?

: Die Europäische Weltraumagentur ESA ist ein Paradebeispiel für die Zusammenarbeit über ganz Europa hinweg und Kooperationen mit anderen internationalen Wertepartnern. Wir müssen weiterhin und noch enger zusammenarbeiten. ESA steht für mich für „Europa souverän im All“ – da müssen wir hin. Auf der Ministerratskonferenz ist uns ein bedeutender Schritt in diese Richtung gelungen. Nur gemeinsam können wir erfolgreich neue Satellitenkonstellationen aufbauen, Satelliten zum Mond, zum Mars oder zu Kometen schicken – und Astronautinnen und Astronauten ins All bringen. Es war mir eine große Freude, den Generaldirektor der ESA, die Ministerinnen und Minister beziehungsweise Vertreterinnen und Vertreter aus 23 Mitgliedsstaaten, aus weiteren Partner- und Beobachterstaaten sowie von Beobachterorganisationen in Bremen zu begrüßen. Besonders danken möchte ich der deutschen Delegation für ihre unermüdliche Arbeit im Vorfeld und während der Ministerratskonferenz.

Herr Pelzer, für Sie ist es bereits die dritte Ministerratskonferenz. Was ist Ihnen ganz besonders in Erinnerung geblieben?

: Keine Ministerratskonferenz gleicht der anderen. Doch eine Ministerratskonferenz im eigenen Land geht natürlich mit einer ganz besonderen Verantwortung einher und bringt so zusätzliche Elemente ins Spiel. Dass wir teilweise bis tief in die Nacht am Verhandlungstisch sitzen und über letzte programmatische Details feilschen, gehört sicher zur besonderen Charakteristik der Konferenz. Neben den inhaltlichen Vorbereitungen und Diskussionen hat uns aber natürlich auch gerade die intensive organisatorische Vorbereitung im Vorfeld beschäftigt. Die Konferenz wurde von deutscher Seite im Tandem mit ESA über Monate ausführlich und akribisch geplant: von der Auswahl des Tagungsorts bis hin zum Catering. In der ganzen Organisation haben die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR, das BMFTR, das BMVg und das BMV, die Stadt Bremen und die ESA bewiesen, dass wir gemeinsam als starkes Team zusammenspielen – eine tolle Werbung für den Raumfahrtstandort Deutschland. Auch übergeordnet fiel diese Ministerratskonferenz in Bremen mit einer in vielfacher Hinsicht besonderen Ausgangslage in Deutschland zusammen. Ein „neues“ Raumfahrtministerium und geopolitische Veränderungen haben zu einer neuen, gesteigerten Wahrnehmung der Raumfahrt geführt – in Deutschland, in Europa und auch in der gesamten Welt. Selten lag ein so hoher Fokus auf dem Erfolg einer Ministerratskonferenz. Im Sport ist es ja oft so, dass ein hoher Druck auch zu einer großartigen Leistung führt – und genau so sind wir diese Herausforderung auch angegangen.

Frau Ministerin, Deutschland investiert mehr als fünf Milliarden Euro in die ESA. Was bedeutet diese Investition für die Zukunft Deutschlands und Europas im Weltraum? Worüber freuen Sie sich am meisten?

: Ich bin wirklich stolz, dass wir es geschafft haben, unseren Beitrag so deutlich zu steigern. Gerade bei der angespannten Haushaltslage ist das ein klares Signal: Raumfahrt ist eine Investition in unsere Zukunft. Mit Deutschland und Europa ist in der Raumfahrt zu rechnen. Erfreulich ist, dass sich das Bundesverteidigungsministerium erstmalig am deutschen ESA-Beitrag beteiligt. Das ist ein klares Signal für die gute Zusammenarbeit beim gemeinsamen Vorhaben, die Sicherheit unseres Landes und Europas zu stärken. Auf der ESA-Ministerratskonferenz ist es uns gelungen, beeindruckende Programme festzuzurren. Davon werden wir alle in Europa profitieren. Unter unserem deutschen Vorsitz haben wir den Paradigmenwechsel eingeleitet: Mehr Wettbewerb und mehr Nutzer- und Serviceorientierung eröffnen neue wirtschaftliche Chancen und ermöglichen neue Anwendungen – auch über die Raumfahrt hinaus. Für Europa gibt es jetzt neuen Schwung im Rennen ins All. Und: An „Made in Germany“ führt in der Raumfahrt kein Weg mehr vorbei.

Herr Pelzer, Deutschland hat sich strategisch am aufgelegten Programmportfolio der ESA beteiligt und in vielen wichtigen Programmen die Industrieführung übernommen. Wie bewerten Sie den deutschen Auftritt, und wo werden aus Ihrer Sicht im Rahmen des deutschen Engagements besondere Schwerpunkte gesetzt?

: Deutschland wurde von der Bundesregierung mit einem 5,4 Milliarden Euro starken Paket ausgestattet, bleibt beitragsstärkster Mitgliedsstaat der ESA und hält damit einen signifikanten Anteil am Rekordbudget der ESA von 22,3 Milliarden Euro. Was aber noch wichtiger ist: Wir konnten unsere sehr sorgfältige Planung und klare industrie- und wissenschaftspolitische Ziele mittels unserer Zeichnungen auf den Weg bringen. Deutschland hat sich in Bremen an 16 von 22 Programmen beteiligt und bei neun Programmen sogar die Programmführerschaft fortgeführt oder übernommen. Wir haben die sogenannten Beschlüsse von Sevilla umgesetzt und sichern damit unseren unabhängigen Zugang zum All mit der Ariane 6 ab und leiten gleichzeitig die wettbewerbliche Beschaffung der nächsten Generation von Trägerraketen ein. In der Erdbeobachtung haben wir unsere führende Rolle behalten, damit wichtige Satelliten im Copernicus- und im FutureEO-Programm weiterhin in Deutschland entwickelt und gebaut werden. Bei LEO-PNT haben wir die Führung in der Navigation übernommen, um so auch der EU zu zeigen, dass wir zusammen mit unseren italienischen Partnern die Zukunft der Satellitennavigation in Europa vorbereiten. Wir stärken die Mond-Exploration massiv und erhalten gleichzeitig den Zugang der europäischen Astronautinnen und Astronauten zum niedrigen Erdorbit. Zudem übernehmen wir klar die Führung in den Technologieprogrammen, damit die KMU als Rückgrat unserer Raumfahrtindustrie wichtige Aufträge bekommen und auch für kommende Aufträge aus dem Europäischen Wettbewerbsfonds gut gerüstet sind. Hier haben wir mit Unterstützung des Bundesministeriums der Verteidigung im Besonderen das Warten und Entfernen von Satelliten im All vorangetrieben. Darüber hinaus war es uns sehr wichtig, die ESA zu einer modernen Raumfahrtagentur umzugestalten und fit für die Zukunft zu machen. Auch dieses Ziel haben wir während unseres dreijährigen Vorsitzes auf Ministerebene auf den Weg gebracht. Deswegen sind wir überzeugt, dass wir in Bremen ganzheitlich ein starkes Zeichen für den Raumfahrtstandort Deutschland in einem modernen und wettbewerbsfähigen Europa gesetzt haben.

Frau Ministerin, es war ein besonderer Überraschungsmoment, als Sie mit ESA-Generaldirektor Aschbacher verkündeten, dass der erste europäische Astronaut zum beziehungsweise um den Mond eine Deutsche oder ein Deutscher sein wird. Welche Bedeutung ist damit verbunden und wie blicken Sie persönlich darauf?

: Ja, das war für mich ein bewegender Moment. Nach mehr als 50 Jahren ist es wieder an der Zeit, dass wir uns dem Mond nähern. Es ist großartig, dass jetzt auch endlich ein Europäer und vor allem ein Deutscher dabei sein wird. Das ist eine sensationelle Neuigkeit für unser Land und unseren Kontinent und freut mich enorm. Die Mondflüge werden sehr viel dazu beitragen, dass wir im Sinne eines Alexander von Humboldt neue Entdecker des 21. Jahrhunderts haben. Er wird ein nationaler und europäischer Botschafter werden für Raumfahrt, Naturwissenschaft und Technik. Für Jung und Alt wird er Inspiration sein und wird sie mit Stolz erfüllen. Der jungen Generation wird er zeigen: Mit Einsatz und Ausdauer ist in Europa alles möglich. Jeder hat die Chance, auch große Ziele zu verwirklichen – und das in Freiheit und Vielfalt. Zugleich zeigt dies auch: Forschung und Technologie sind der Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität. Wir müssen massiv investieren – Ideen, Kraft und Geld. Die Welt wartet nicht auf uns.

Herr Pelzer, was gab Ihrer Meinung nach den Ausschlag, dass die Entscheidung auf einen oder eine deutsche Astronautin gefallen ist?

: Deutschland blickt auf ein jahrzehntelanges, starkes Engagement in der Exploration zurück. Mit dem Spacelab, das von 1983 bis 1998 insgesamt auf 22 Space-Shuttle-Missionen im Einsatz war, hat Deutschland bereits früh gezeigt, dass es Module für internationale Missionen bauen kann. Die Missionen D1 im Jahr 1985 und D2 im Jahr 1993 haben dann unter Beweis gestellt, dass Deutschland bei internationalen Missionen im Fahrersitz sitzen kann. Mit dem in Bremen hauptgefertigten, europäischen Columbus-Modul für die Internationale Raumstation ISS war klar, dass Deutschland in der astronautischen Exploration eine Führungsrolle eingenommen hat. Weiterhin bildeten die europäischen Raumtransporter ATV, die die ISS bis 2015 mit Gütern versorgt haben, die technologische und programmatische Grundlage für das ebenfalls in Bremen gebaute Europäische Servicemodul ESM, das das US-amerikanische Orion-Raumschiff und damit wieder Menschen zum Mond bringen wird. Zudem stehen in Köln die Mondsimulationsanlage LUNA und das Europäische Astronautenzentrum. Folgerichtig wird die ESA ihr zuständiges Direktorat in die Domstadt umziehen. Unternehmen im ganzen Land liefern wichtige Technologien für die Rückkehr zum Mond. Man kann mit Fug und Recht behaupten: Der Weg zum Mond führt über Deutschland. Ergänzt wird dies zusätzlich durch die erstarkte politische Komponente in Deutschland. Mit der Schaffung eines eigenen Raumfahrtministeriums wurde die Raumfahrt auf ein nie dagewesenes Level gehoben. Und deswegen ist es auch folgerichtig, dass die erste Europäerin oder der erste Europäer, die oder der diesen Weg bestreiten wird, einen deutschen Pass haben wird.

Frau Ministerin, Sie sprachen in der Pressekonferenz davon, dass ein Paradigmenwechsel innerhalb der ESA eingeleitet wurde, Stichworte Kommerzialisierung, Wettbewerb, European Launcher Challenge. Wie wichtig ist das für Europa und für Deutschland?

: Klar ist: Wir können nicht länger nur per Anhalter in den Weltraum fliegen, wie es einer unserer Astronauten formulierte. Es bedarf flexibler, günstiger und reaktionsschneller Transportmöglichkeiten ins All. Genau dafür haben wir mit der European Launcher Challenge entscheidende Akzente gesetzt. Deutschland ist gleich mit zwei Start-ups, Isar Aerospace und Rocket Factory Augsburg, noch im Rennen. Das ist ein hervorragendes Signal für die deutsche Raumfahrtbranche und unser New-Space-Ökosystem. Kommerzialisierung und Wettbewerb sind in der gesamten Raumfahrt wichtig, um reaktionsschnell und souverän zu werden. Auch das Engagement deutscher Automobilzulieferer und der Rüstungsindustrie im Satellitenbau sind positive Signale. Mit dem nationalen Raumfahrtprogramm und dem Space Innovation Hub fördern wir gezielt die deutsche Raumfahrtbranche und vernetzen diese mit Nutzern im öffentlichen Sektor.

Herr Pelzer, zwei deutsche Start-ups sind in der Vorauswahl der European Launcher Challenge (ELC). Wie hoch sind nun die Erwartungen?

: Die European Launcher Challenge ist eine europäische Erfolgsgeschichte mit deutschen Wurzeln. Bereits 2019 haben wir mit dem von uns initiierten Mikrolauncher-Wettbewerb das klare Ziel unterstützt, einen kommerziellen und kostengünstigen Zugang zum Weltraum zu fördern. Vier Jahre später wurde ebenfalls auf wesentliches Betreiben Deutschlands hin auf der ESA-Ratstagung im spanischen Sevilla die ELC geformt. Ziel dieses Programms ist es, Unternehmen in Deutschland und Europa bei der Entwicklung ihrer Trägerraketen zu unterstützen und deren Entwicklungen mit bis zu 60 Prozent kozufinanzieren. Somit tragen die Unternehmen mit erheblichem Eigenkapital zu der Entwicklung ihrer neuen Raketen bei. Auf den ersten Aufruf haben sich 20 Unternehmen gemeldet, von denen nun vier in der Endauswahl stehen – zwei davon aus Deutschland, die auch bereits den Mikrolauncher-Wettbewerb gewonnen hatten. Die Erwartungen sind groß: Sie müssen uns bis zum Jahr 2027 mit einem eigenen Orbitalstart beweisen, dass sie in der Lage sind, Nutzlasten zu starten. Mit dem Erststart der Spectrum-Rakete hat Isar Aerospace im vergangenen Jahr bereits gezeigt, was durch Mut, Agilität und visionäres Unternehmertum möglich wird. Auch die Rocket Factory Augsburg steht mit ihrer RFA One unmittelbar vor einem ersten Startversuch. Ich bin daher mehr als zuversichtlich, dass wir schon sehr bald eine europäische Trägerlandschaft erleben, in der Ariane 6 und Vega um neue, kommerzielle Konzepte ergänzt werden, die Europas unabhängigen Zugang zum All dann noch zusätzlich absichern – und dabei werden alle Augen auf Deutschland gerichtet sein.

Frau Ministerin, wie sieht die Vision für die deutsche Raumfahrt in den nächsten zehn Jahren aus? Welche Ziele wollen wir erreichen?

: Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Robotik, Industrie 4.0 oder neue Antriebstechnologien eröffnen in der Raumfahrt ganz neue Möglichkeiten. Sei es die Reparatur von Satelliten oder abhörsichere Quantenkommunikation bis hin zu 3D-Druck im All, die Chancen sind riesig. Deswegen ist Raumfahrt ein strategisches Forschungsfeld der Hightech Agenda Deutschland, mit der wir Deutschland zum Top-Technologieland machen wollen.

Wir müssen mögliche Nachfolgelösungen für die ISS untersuchen, um auch nach 2030 weiterhin für Deutschland Forschung und Entwicklung im Weltraum betreiben zu können. Zudem wird in den nächsten zehn Jahren in Deutschland und in Europa eine starke Raumfahrtindustrie den Weg zu mehr Eigenständigkeit ebnen sowie unsere Resilienz erhöhen. Vor allem bei den Trägerraketen geht es hier schon jetzt sehr stark voran. Die deutsche Industrie- und Forschungslandschaft in der ganzen Breite der Raumfahrt ist sehr leistungsfähig und innovationsstark. Diese Stärke gilt es nun zu nutzen. Das gilt für Deutschland, für Europa und auch für unsere Partner auf der ganzen Welt. Denn die großen Raumfahrtprojekte werden wir auch in Zukunft gemeinsam in die Tat umsetzen – und Deutschland wird ein wichtiger Teil dieser internationalen Projekte sein.elt die deutsche Raumfahrtbranche und vernetzen diese mit Nutzern im öffentlichen Sektor.

Herr Pelzer, welcher Instrumente bedarf es, um die Ziele und die deutschen Ambitionen in der Raumfahrt umzusetzen?

: Budgetär werden die Ziele Deutschlands in der Raumfahrt durch die Kombination unseres ESA-Beitrags und unseres Nationalen Raumfahrtprogramms, des RIKo, verwirklicht. Gerade das Nationale Programm ist der Wegbereiter und die notwenige Voraussetzung dafür, dass deutsche Unternehmen und die deutsche Wissenschaft bei großen europäischen und internationalen Missionen mit in führender Position an Bord sind. Denn gerade unsere Nutzlasten werden über dieses Programm entwickelt. Keine Frage, die Erhöhung unseres ESA-Budgets ist ein großartiges Signal. Doch wir dürfen unsere nationalen – und damit auch unsere bilateralen Aktivitäten mit anderen internationalen Partnern nicht außer Acht lassen. Denn unsere notwendigen Missionen mit anderen Ländern, wie etwa die deutsch-US-amerikanische Schwerefeldmission GRACE, bestreiten wir genau aus diesem Topf, ebenso wie unsere nationalen Missionen, zum Beispiel EnMAP und Heinrich-Hertz. Das nationale Programm hält auf diese Weise die deutsche Industrie und Forschung auf europäischem und internationalem Parkett innovativ und wettbewerbsfähig – ein wichtiges und starkes Zeichen in Richtung der Europäischen Union und des 133 Milliarden Euro starken Europäischen Wettbewerbsfonds sowie unserer Partner in der ganzen Welt. Zudem hat das Bundesministerium der Verteidigung mit 35 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren immens in die Raumfahrt investiert. Ein gut aufgestelltes RIKo würde dazu beitragen, die deutschen Industriekapazitäten auch nach dieser riesigen Investition zu erhalten und das Engagement des BMVg zu verstetigen. Gerade im europäischen Raum ist es wichtig, dass wir unsere Interessen mit einer starken politischen Flankierung vertreten. Deutschland hat eine führende Rolle in der ESA inne, auch dank der deutschen Repräsentanz in den fachlichen Programmausschüssen. In der EU und in der EUSPA gilt es, unsere starke Position ebenfalls weiter auszubauen, um dauerhaft erfolgreich sein zu können.

Frau Ministerin, wer die Zukunft der Raumfahrt in Deutschland und Europa gestalten will, muss auch in die Köpfe von morgen investieren. Sie haben im Rahmen der MK angekündigt, über die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR einen Baustein hierfür zu setzen: ein nationales Traineeprogramm für Hochschulabsolventinnen und -absolventen bei der ESA. Wie wichtig ist dieser?

: Exzellent ausgebildeter Nachwuchs ist unsere Zukunft. Ohne die klügsten Köpfe können wir unsere Ziele in der Raumfahrt nicht erreichen. Deswegen engagiert sich Deutschland stark für den Raumfahrt-Nachwuchs. Wir werden ein Graduiertenprogramm für Hochschulabsolventinnen und -absolventen bei der ESA einrichten. Damit geben wir Nachwuchstalenten mit Masterabschluss die Chance, bis zu zwei Jahre lang als German Graduate Trainees bei der ESA in der Erdbeobachtung, der Exploration, der Satellitenkommunikation, aber auch im Weltraumrecht oder in der Industriepolitik und in vielen weiteren sehr spannenden Bereichen neue Einblicke zu gewinnen. So machen wir ganz praktisch auf die zahlreichen Karrieremöglichkeiten bei der ESA aufmerksam.

Zudem ist auch in der Raumfahrtforschung Mobilität essenziell. Es geht um guten Nachwuchs, national, aber auch aus dem Ausland. Mit dem 1.000-Köpfe-Plus-Programm machen wir internationalen Forscherinnen und Forschern aller Karrierestufen gezielt ein Angebot für den Forschungsstandort Deutschland. Davon profitiert auch unsere Wirtschaft, und wir tragen damit zu Wohlstand und Wachstum bei.

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