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ERDBEOBACHTUNG

In der Erdbeobachtung steht Deutschland an der Spitze in Europa. Mit wissenschaftlichen und technologischen Innovationen werden wertvolle Daten geliefert, die die globale Dreifachkrise (von Klima, Biodiversität und Umweltverschmutzung) adressieren, europäische Kapazitäten aufbauen und die Industrie stärken.

Future Earth Observation Programme

Am gemeinsamen europäischen Wissenschafts- und Technologieprogramm Future Earth Observation Programme – kurz FutureEO – beteiligt sich Deutschland mit rund 564 Millionen Euro. In FutureEO werden Missionen entwickelt, die unser Verständnis des Erdsystems verbessern und operationelle Systeme, beispielsweise für die Wettervorhersage, vorbereiten.

Next Generation Gravity Mission (NGGM)

Deutsche Investition in Millionen Euro

140

Deutscher Industriebeitrag
Hauptauftrag NGGM (System und Plattformen), Führung Laserinstrument sowie Bodensegmententwicklung

Kurzbeschreibung
NGGM soll als Teil der internationalen MAGIC-Konstellation (Mass-change And Geosciences International Constellation) gemeinsam mit der NASA und dem DLR realisiert werden. Die Konstellation nutzt zwei Satellitenpaare: ein Paar in einer polaren Umlaufbahn (GRACE-C ist das dritte Satellitenpaar in deutsch-US-amerikanischer Kooperation, Start 2028) und ein weiteres Paar in einer geneigten Umlaufbahn (NGGM, Start 2032), um die Erde alle drei Tage nahezu vollständig abzudecken.

Nutzen
Ziel der Mission ist es, zeitlich und räumlich höher aufgelöste Messungen des Schwerefelds der Erde mit verbesserter Leistung und Latenzzeit zu liefern, um damit die Zeitreihen dieser Satelliten-Missio­nen zu erweitern und zu verbessern. Durch die Konstellation von vier Satelliten sollen eine deutlich verbesserte Zeit-Raum-Abtastung erzielt und die Vorteile der operationellen Gravimetrie demonstriert werden. Konkret werden Datenprodukte zur Messung der Änderungen für die Hydrologie (Gletscherschmelze und Grundwasserspiegel etc.) erwartet.

WIVERN, ein Earth Explorer, steht für Wind Velocity Radar Nephoscope – ein Wolkenbeobachtungsgerät zur Erfassung der weltweit ersten Windmessungen innerhalb von Wolken und Niederschlagssystemen. Die Mission verspricht, Profile von Regen, Schnee und Eis-Wassergehalt zu liefern. Mit einem dual-polarisierten, konisch scannenden 94-GHz-Doppler-Radar, das einen 800 km breiten Abtaststreifen abdeckt, soll die Mission die Vorhersage gefährlicher Wetterereignisse verbessern, neue Erkenntnisse über schwere Stürme liefern und zur klimatologischen Erfassung von Wolken- und Niederschlagsprofilen beitragen. (ESA)

WIVERN (Wind Velocity Radar Nephoscope)

Deutsche Investition in Millionen Euro

150

Deutscher Industriebeitrag
Zwei Industriekonsortien im Wettbewerb unter der Führung von Airbus Defence and Space bzw. OHB; außerdem wissenschaftliche Beiträge vom Max-Planck-Institut für Meteorologie, der Universität Leipzig und dem Deutschen Wetterdienst

Kurzbeschreibung
WIVERN wird als elfte Earth-Explorer-Mission der ESA die ersten weltraumgestützten Windmessungen innerhalb von Wolken durchführen und damit eine wichtige Lücke im globalen Beobachtungssystem schließen. Für diese Messungen nutzt WIVERN ein konisch abtastendes 94 GHz-Doppler-Radar mit einer Breite des Aufnahmestreifens von 800 km. Dieses Wolkenradar tastet die Atmosphäre ab und nutzt den Doppler-Effekt, um aus den empfangenen Wolkensignalen die verschiedenen Komponenten des Windvektors zu bestimmen. Die Mission soll Ende 2034 starten.

Nutzen
Ziel der Mission ist ein besseres Verständnis der Struktur und Dynamik von Stürmen und eine Quantifizierung der Auswirkungen von Wolken und Niederschlag auf das Klima. Damit dient WIVERN der Verbesserung von Wettervorhersage- und Klimamodellen. Zudem ermöglicht WIVERN die Beobachtung von Strömungsvektoren an der Meeresoberfläche und von Schnee auf Meereis und Eisschilden, die für das Verständnis des polaren Klimas und der Ozeandynamik von Interesse sind, und weitere vielseitige wissenschaftliche sowie gesellschaftliche Anwendungen ermöglichen.

Copernicus

Das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus von EU und ESA besteht aus satellitengestützten Informationsdiensten für Landoberflächen, Ozeane, die Atmosphäre, Katastrophenmanage­ment, Klimawandel und zivile Sicherheit. Grundlage dafür sind die Satellitenmissionen Sentinel-1 bis -6, die die ESA entwickelte. Weitere sechs Missionen werden die Copernicus-Flotte in den kommenden Jahren nach und nach erweitern. Aktuell wird die zweite Generation der Sentinels vorbereitet, von der ein wichtiger Teil auf der ESA-Ministerratskonferenz 2025 beschlossen und finanziert wurde. Deutschland hat sich dabei, wie schon bei den früheren Programmteilen in der ESA, führend beteiligt.

Elbedelta aufgenommen von Sentinel-1D (Contains modified Copernicus Sentinel data (2025), processed by ESA)

Copernicus Sentinel-2 Next Generation

Deutsche Investition in Millionen Euro ca.
(zusammen für Sentinel-2 NG, Sentinel-3 NGOpt
und Bodensegmententwicklung)

282

Deutscher Industriebeitrag
Hauptauftrag Sentinel-2 NG Systemverantwortung und Plattform, Beiträge zum Instrument und zahlreichen weiteren Subsystemen und Komponenten für die erste Generation

Kurzbeschreibung
Sentinel-2 NG besteht aus zwei identischen Satelliten mit optischen Multispektralinstrumenten, die in Konstellation alle fünf Tage alle Landflächen sowie Binnen- und Küstengewässer der Erde mit höchster Qualität erfassen. Sie wird die Kontinuität zu den heute fliegenden Sentinel-2-Missionen der ersten Generation voraussichtlich ab 2032 sicherstellen und im Vergleich große Verbesserungen erzielen. Unter anderem wird die räumliche Auflösung von zehn auf fünf Meter verbessert und die Anzahl der Spektralkanäle und damit die Informationsdichte deutlich erhöht.

Nutzen
Der Satellit ist ideal ausgerüstet, um Veränderungen der Vegetation zu erkennen und etwa Erntevorhersagen zu ermöglichen, Waldbestände zu kartieren und das Wachstum und die Gesundheit von Wild- und Nutzpflanzen zu bestimmen. Sentinel-2 NG wird auch zum Monitoring von Küsten und Binnengewässern eingesetzt, um etwa das Algenwachstum zu beobachten oder den Sedimenteintrag in Flussdeltas nachzuverfolgen.

European Resilience from Space –
Earth Observation (ERS-EO)

Das ERS-EO-Programm der ESA bereitet den geplanten EU Earth Observation Governmental Service (EOGS) vor, der ab 2028 Kapazitäten zur Erdbeobachtung für Sicherheit und Verteidigung für Europa bereitstellen soll. Dabei sollen nationale, kommerzielle und mögliche künftige EU-eigene Fähigkeiten zusammengeführt werden, um das betehende Potenzial zu erweitern. Dafür werden im ERS-EO Programm Systemdesignstudien durchgeführt und kritische Technologien und Auswertungsmethoden entwickelt, die ab 2028 dann vom EOGS aufgegriffen werden. Ein weiterer Programmteil dient zur Entwicklung nationaler oder multinationaler Kapazitäten zur Erdbeobachtung für Sicherheit und Verteidigung.

Schnelle und belastbare Krisenreaktion (ESA)

Höher- und Neuzeichnungen der Erdbeobachtungsprogramme

© DLR

Amounts in euros rounded to the nearest cent: Earth Observation total: 3,355,791,839.09 | CSC-4 Phase 1+2+3 838,994,672.68 | FutureEO: 1,799,940,000.00 | Digital Twin Earth: 42,706,133.39 | Incubed 3: 92,600,000.00 | ERS EO Element 1 – Phase 1: 166,630,000.00 | ERS EO Element 2: 490,930,000.00 (ERS EO E2 FNOC Component: 29,770,000.00 | ERS EO E2 Cluster 1 ALPSTAR: 24,050,000.00 | ERS EO E2 Cluster 2 ESCA+: 325,010,000.00 | ERS EO E2 Space Resilience Nodes: 112,100,000.00 | Future Contributions: 11,000,000.00)

* Million euros/covered costs/economic conditions 2025/ESA/C-M(2025)100, rev. 5/1 December 2025
** the total amount includes -87,008,966.98 euros of subscriptions to ongoing programmes.

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