Im Hintergrund eine Computersimulation der Gravitationswellen, die sich von der Kollision der Schwarzen Löcher ausbreiten würden. Überlagerte Missionskonfiguration: drei separate, aber identische Raumfahrzeuge, die in einem Abstand von jeweils 2,5 Millionen Kilometern über Laser miteinander verbunden sind (rot-weiß in der Abbildung). (ESA)
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WISSENSCHAFT

Das Wissenschaftsprogramm ist als Pflichtprogramm das Rückgrat der ESA. Damit trägt es maßgeblich zum Erhalt von Europas Rolle in der internationalen Weltraumforschung bei. Es finanziert die Forschungssatelliten, deren Start und Betrieb. Die wissenschaftlichen Instrumente entwickeln die Mitgliedsstaaten selbst. Deutschland ist mit 21,39 Prozent größter Beitragszahler dieses Programms. Dessen Highlights sind Missionen wie LISA zur Messung der Gravitationswellen oder PLATO auf der Suche nach einer zweiten Erde.

Laser Interferometer Space Antenna (LISA)

Deutsche Investition 2018 bis 2035 in Millionen Euro ca.

170

Deutscher Industriebeitrag
OHB Oberpfaffenhofen als Prime für den Satelliten und auch für das Phasenmeter-System

Kurzbeschreibung
LISA ist die dritte Mission der Europäischen Raumfahrtagentur innerhalb des Cosmic-Vision-Programms. Sie wird die weltweit erste Weltraummission sein, die der Messung der sogenannten „Gravitationswellen“ dient. Diese Wellen sind winzige Schwingungen im Gewebe der Raumzeit, die durch einige der gewaltigsten Ereignisse im Universum entstehen, wie beispielsweise die Verschmelzung zweier sehr massereicher Schwarzer Löcher.

Nutzen
Die Beobachtung von Gravitationswellen stellt einen grund­legenden Wandel in der Sichtweise des Universums dar, indem die Forschenden die Auswirkungen der Schwerkraft anstelle des Elek­tromagnetismus (Licht) nutzen und dadurch auch die frühesten Stadien des Universums erfühlen können, die sonst nicht zugänglich sind. Dieses Forschungsgebiet wurde bereits mit erdgebundenen Inter­ferometern wie LIGO, Virgo und KAGRA begonnen. LISA wird es bei anderen Frequenzen wie vom Erdboden (genau wie Astronominnen und Astronomen verschiedene Perspektiven des Universums erhalten können, indem sie beispielsweise Radiowellen und optisches Licht verwenden) und ohne die irdischen Störungen erweitern.

Weltraumteleskop PLATO auf dem QUAD-Shaker am ESTEC-Testzentrum der ESA (ESA/G. Porter)

PLAnetary Transits and Oscillations of stars (PLATO)

Deutsche Investition bis 2030 in Millionen Euro

60

Deutscher Industriebeitrag
OHB Oberpfaffenhofen als Prime für den Satelliten, Airbus Defence and Space für die Fast Telescope Electronic Units

Kurzbeschreibung
Die dritte Mittelklasse-Mission der Europäischen Raumfahrtagentur innerhalb des Cosmic-Vision-Programms. PLATO wird nach erdähnlichen Planeten in der bewohnbaren Zone von Sternen suchen, die etwas kühler sind als die Sonne und deren wichtigste Kenngrößen charakterisieren. Die Bestimmung dieser physikalischen Haupteigenschaften wie Bahnparameter, Durchmesser, Massen, mittlere Dichten und Alter, sind notwendig, um die potenzielle „Lebensfreundlichkeit“ der Planeten abzuschätzen. Neben erdgebundenen Beobachtungen haben dazu entscheidend auch die gezielt der Suche nach Exoplaneten gewidmeten Raumfahrtmissionen CoRoT, Kepler, CHEOPS und TESS beigetragen.

Nutzen
Das Weltraumteleskop PLATO wird die Ergebnisse der vorangegangenen Missionen wesentlich ergänzen und ermöglichen, auch Zwillinge der Erde mit Umlaufzeiten von etwa einem Jahr zu entdecken. Die von PLATO gewonnene Datenbasis zu tausenden (neu zu entdeckenden) Exoplaneten und die daraus abgeleiteten wissenschaftlichen Erkenntnisse werden die Astrophysik der Exoplaneten maßgeblich bestimmen und einen Standard für viele Jahre setzen.

Mittel für die Pflichtprogramme

© DLR

Amounts in euros rounded to the nearest cent: Science and Basic Activities total: 5,646,000,000.00 | Science: 3,787,000,000.00 | Basic Activities: 1,859,000,000.00

** Million euros/covered costs/current economic conditions/Science Programme & Basic Activities –
ESA Mandatory Activities/ESA/C-M/CCCXLI/Res.2

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