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KOMMERZIALISIERUNG

Kommerzialisierung, New Space sowie die Förderung von Innovation, KMU, Start-ups und Technologietransfer sind zentrale Ziele der deutschen Raumfahrt- und Forschungspolitik. Die Raumfahrtstrategie der Bundesregierung hat diese Ziele weiter verankert. Zu diesen Themen leisten die erfolgreichen Kommerzialisierungsprogramme ScaleUp und BASS einen bedeutsamen Beitrag, der durch die Zusammenführung unter dem Programm ACCESS weiter gestärkt werden soll.
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BICs in Deutschland

12

BICs in Europa

36

Start-ups unterstützt
in Deutschland bis Ende 2025

12

Start-ups unterstützt
in Europa bis Ende 2025

2.000

Accelerating Commercialisation and Competitiveness of the European Space Sector (ACCESS)

Das Programm ACCESS verfolgt das übergeordnete Ziel, die Kommerzialisierung der europäischen Raumfahrt, insbesondere im New-Space-Bereich, durch die Beschleunigung von Geschäftsinnovationen, Anwendungen in Nicht-Raumfahrtbereichen und den Ausbau von Schnittstellen zu externen Investoren signifikant zu stärken. Mittel- und langfristig soll die Marktposition und die Wettbewerbsfähigkeit der Raumfahrtindustrie aufrechterhalten und verbessert werden.

Die Zielsetzungen des Programms ACCESS:

  • Förderung von Unternehmen mit Raumfahrtbezug in der Gründungs- und Wachstumsphase zur Stärkung von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, Erschließung neuer Raumfahrtmärkte und Schaffung von Hightech-Arbeitsplätzen
  • Entwicklung von marktfähigen und kommerziell nachhaltigen Anwendungen von Raumfahrttechnologien und -daten in raumfahrtfremden Branchen
  • Förderung des Innovationsprozesses und Unterstützung des branchenübergreifenden Wissens- und Technologietransfers
  • Erhöhung des Bekanntheitsgrades und Sichtbarkeit des Elements BASS durch ein Botschafterteam (Beratung bei der Antragstellung, Erstellung von Marktanalysen, Kontaktaufnahmen zu raumfahrtfremden Clustern und Netzwerken)
  • Entwicklung von Innovationen entlang der Wertschöpfungskette, Technologie- und Wissenstransfer (Spin-ins, Spin-offs)
  • Stärkung der Sichtbarkeit von (kommerzieller) Raumfahrt gegenüber privaten Investoren

Business Applications and Space Solutions (BASS)

Deutsche Investition in Millionen Euro ca.

22

Deutscher Industriebeitrag
Die zu entwickelnden marktfähigen Produkte und Services sind Teil des Portfolios von deutschen Unternehmen, die dadurch Arbeitsplätze in Deutschland schaffen. Vor allem kleine Unternehmen und Start-ups, die agil auf Märkte reagieren können, beteiligen sich an diesem Programm. Hierbei sind es vor allem Unternehmen aus raumfahrtfernen Branchen, die durch die Nutzung von Raumfahrtdaten ihr Geschäftsmodell entwickeln (Downstream).

Kurzbeschreibung
Im Element BASS, das einen von zwei Bausteinen im Programm ACCESS bildet, werden einzelne Vorhaben durchgeführt. Es werden Einzelvorhaben gestartet, in denen keine Technologieentwicklung beziehungsweise Forschung erfolgt. In BASS wird ausschließlich die Nutzung von Daten, die durch Raumfahrttechnologien entstehen, gefördert. Die wichtigsten Segmente sind hier Navigation, Erdbeobachtung und Satellitenkommunikation. Die Themen sind marktgesteuert und nutzergetrieben. Darüber hinaus sorgt ein Botschafterteam für die Erhöhung und Sichtbarkeit von BASS. Es unterstützt bei der Beratung in der Antragstellung, Erstellung von Marktanalysen, Kontaktaufnahmen zu raumfahrtfremden Clustern und Netzwerken. Das Team des ESA-Business-Applications-Botschafters erarbeitet darüber hinaus mithilfe von Marktanalysen spezifische Schwerpunktthemen unter Berücksichtigung der nationalen Raumfahrtstrategie.

Nutzen
BASS zielt als branchenübergreifendes Kommerzialisierungsprogramm auf die Entwicklung von marktfähigen und kommerziell nachhaltigen Raumfahrtdienstleistungen und -anwendungen, zum Beispiel in der Mobilität, Landwirtschaft, Umwelt, Energie, Industrie 4.0 oder Gesundheit. Es fördert so den branchenübergreifenden Know-how- und Technologietransfer, um die Erschließung neuer Märkte zu ermöglichen. Das BASS-Programm wird zu einem großen Teil (77 %) von Start-ups und KMU genutzt.

Projektförderungen aus BASS haben sich in den vergangenen Jahren zu essenziellen Förderwerkzeugen für die deutsche New-Space-Wirtschaft entwickelt. Ein Großteil der deutschen New-Space-Start-ups (zum Beispiel Mynaric, Isar Aerospace, OroraTech, LiveEO) wurden entweder über die deutschen ESA BICs inkubiert und gefördert (siehe Seite 84) oder über BASS unterstützt.

Das Sentinel-2-Satellitenbild (Aufnahme vom 21. März 2019), das im Rahmen des ESA-Copernicus-Programms aufgenommen wurde, zeigt verschiedene Anbaukulturen rund um Emmelrod in den Niederlanden. Grün steht für Sommerkulturen, Rot für Kartoffeln, Orange für Marktkulturen, Gelb für Getreide und Blau für Grünland. Viele Unternehmen nutzen Copernicus-Daten, um kommerzielle Dienste anbieten zu können. Die Entwicklung von eben solchen Diensten wird durch das Element BASS gefördert. (contains modified Copernicus Sentinel data (2018), processed by GeoVille)

ESA Business Incubation Centres (BICs) in Deutschland

Deutsche Investition in Millionen Euro
ACCESS-ScaleUp-Zeichnung

37

Deutsche Investition in Millionen Euro
Verträge 2026 bis 2029

16

Deutscher Industriebeitrag
In Deutschland ansässige Start-ups mit Raumfahrtbezug (Upstream- oder Downstream-Segment, Spin-in- und Spin-off-Technologietransfer)

Kurzbeschreibung
Die ESA Business Incubation Centres bestehen seit 2007 und bilden mit 5 Zentren und 12 Standorten in 7 Bundesländern das mit Abstand größte Netzwerk unter den ESA-Mitgliedsländern. Bis Ende 2025 wurden in den deutschen Incubation Centres 631 Start-ups gefördert – dies entspricht etwa 30 % aller Unternehmen, die in allen 23 ESA-Mitgliedsländern gefördert wurden. Die unterstützten Unternehmen erhalten neben dem finanziellen Förderbeitrag von 60.000 Euro vor allem Unterstützung bei der Entwicklung ihres Geschäftsmodells sowie Vernetzung zu lokalen und überregionalen Kunden, Investoren und potenziellen Partnern. Neben dem ESA-Beitrag leisten die jeweiligen Bundesländer, in denen die ESA Business Incubation Centres angesiedelt sind, jeweils eine Ko-Finanzierung von mindestens 50 %.

Erreichte Zielmärkte
Unter anderem Automotive, Landwirtschaft, Luftfahrt, Energie, Umwelt- und Klimaschutz, Finanzen, Gesundheit, Informationstechnologie, Telekommunikation

Die Spectrum-Rakete des bayerischen Start-ups Isar Aerospace (Brady Kenniston/Isar Aerospace)

ESA Technology Broker

Deutsche Investition in Millionen Euro
ACCESS-ScaleUp-Zeichnung

37

Deutsche Investition in Millionen Euro
Verträge 2026 bis 2029

5

Deutscher Industriebeitrag
Das Förderprogramm richtet sich unter anderem auch an raumfahrtferne KMU in Deutschland oder Spin-offs in der Raumfahrt.

Kurzbeschreibung
Der ESA Technology Broker fördert seit 30 Jahren erfolgreich Technologietransfer zwischen der Raumfahrtindustrie und dem Nicht-Raumfahrtsektor (Spin-in- und Spin-off-Projekte). Kernaufgabe der Technology Broker ist die Identifikation von Technologien, welche ursprünglich für die Raumfahrt entwickelt wurden, aber großes Potenzial für eine Anwendung außerhalb der Raumfahrt haben (Spin-off), oder Technologien, die ursprünglich für die Nicht-Raumfahrt-Unternehmen entwickelt wurden, aber Potenzial für eine Anwendung in der Raumfahrt haben (Spin-in).

Nutzen
Der ESA Technology Broker Germany fördert den Transfer vielversprechender Technologien zwischen Raumfahrt und Nicht-Raumfahrt-Branchen. Beispielsweise machte die Firma Terraplasma für die ISS entwickelte Technologien auf Basis von Kaltplasma erfolgreich zur Wundbehandlung und Wasseraufbereitung auf der Erde anwendbar. Durch diese Brückenfunktion werden komplexe wissenschaftliche Innovationen – etwa die Kaltplasma-Technologie – in marktfähige Produkte übersetzt, die Gesundheit, Hygiene und Umweltschutz direkt verbessern. Damit sorgt der Technology Broker dafür, dass der Nutzen der Weltraumforschung nicht nur Probleme auf der ISS löst, sondern als konkrete Lösung im Alltag ankommt.

Das Förderinstrument Spark Funding ist Teil des Programms und schafft im Rahmen des ESA Technology Broker einen zusätzlichen Anreiz für die Erstellung von ersten Prototypen zur Validierung des Transferpotenzials. Als sehr schnelles und effizientes Förderinstrument (Förderstart innerhalb von vier Wochen nach Antragstellung) ist das Spark Funding insbesondere bei KMU sehr beliebt: Im Zeitraum 2021 bis 2024 wurden 72 Spark-Funding-Anträge gestellt, wobei 48 Transferprojekte gefördert werden konnten.

Ein handliches Medizinprodukt, das kaltes atmosphärisches Plasma aus der Umgebungsluft generiert. (plasma care®)

ESA Business Accelerator Germany

Deutsche Investition in Millionen Euro
ACCESS-ScaleUp-Zeichnung

37

Deutsche Investition in Millionen Euro
Verträge 2026 bis 2029

2

Deutscher Industriebeitrag
Implementierung durch Konsortium aus UnternehmerTUM, TUM Venture Labs Aerospace und Acitoflux

Kurzbeschreibung
Seit Ende 2024 wird der ESA Business Accelerator durch ein Konsortium aus UnternehmerTUM, TUM Venture Labs Aerospace und Acitoflux implementiert. Im ersten Batch werden die sechs Unternehmen Blackwave (CFK-Tanks für Satelliten und Raketen in Serienfertigung), DeltaVision (Fluid-Control-Systeme und Positionierung für Orbitale Wiederbetankung), HyImpulse (Launcher), LiveEO (Erdbeobachtung), Vyoma (In-Space Situational Awareness) bei der Vorbereitung zur Skalierung ihres Geschäftsmodells unterstützt. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Beratung zur Anpassung der Unternehmensstruktur, Steigerung der Finanzierungsreife für größere Finanzierungsrunden (Series A–C) sowie die Anbindung und Verknüpfung mit privaten und institutionellen Investoren. Über ein Investment Board werden 16 Investoren (unter anderen HTGF, DTCF, Alpine Space Ventures, Earlybird Ventures, Porsche SE/Incharge Capital) zum Zweck der Programmsteuerung explizit mit ihrer Perspektive eingebunden.

Nutzen
Das Element ScaleUp (im ACCESS-Programm) bereitet die ausgewählten Unternehmen gezielt auf die Skalierung und ein Bestehen im internationalen Wettbewerb vor. Dies ermöglicht ihnen, ihren Unternehmenswert in Vorbereitung auf eine anstehende Finanzierungsrunde besser einzuschätzen und durch Verbesserung von Schwachstellen im Geschäftsmodell zu steigern – und so Kapital zu attraktiveren Konditionen zu sichern. Darüber hinaus beschleunigt die Unterstützung bei der Erschließung neuer Kundenkreise das Umsatzwachstum nachhaltig. Die Komponenten des Elements ScaleUp intensivieren die Förderung in der Frühphase der Innovationskette und schaffen neue Instrumente, um auch während der Phase des Unternehmenswachstums Unterstützung zu geben. Das ist essenziell, um die Hightech-Entwicklungen der Raumfahrt kommerziell nachhaltig zu etablieren und auch regional zu verankern.

Vorstellung des ESA Business Accelerator auf der Space Tech Expo 2024 in Bremen (ESA)

Höher- und Neuzeichnungen im Raumfahrtsektor Kommerzialisierung

@ DLR

Amounts in euros rounded to the nearest cent: commercialisation total: 303,399,371.33 | Element 1 SCALE-UP: 168,700,000.00 | Element 2 BASS: 136,840,000.00

* Million euros/covered costs/economic conditions 2025/ESA/C-M (2025) 100, rev. 5/1 December 2025
** the total amount includes -2,140,628.67 euros of subscriptions to ongoing programmes.

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