Celeste (LEO-PNT) –
Test eines Navigationssystems auf niedriger Umlaufbahn
Deutsche Investition in Millionen Euro
(wirtschaftliche Bedingungen 2022) ca.
94
Deutscher Industriebeitrag
Es gibt zwei europäische Industriekonsortien, die das LEO-PNT-Programm der ESA parallel umsetzen. Am ersten Konsortium ist OHB Bremen als sogenannter „Hauptauftragnehmer für das Raumsegment“ führend beteiligt. Am zweiten Konsortium sind Unternehmen aus Deutschland mit wichtigen Unteraufträgen beteiligt. So baut zum Beispiel German Orbital Systems die Pathfinder-A-Satelliten für das vom französischen Unternehmen Thales Alenia Space (TAS) geführte Konsortium.
Kurzbeschreibung
Die IOP-Phase der Celeste-Mission schließt sich an die erste Phase der Demonstration im Orbit (IOD) an, die auf der ESA-Ministerratskonferenz 2022 beschlossen wurde. Nach der erfolgreichen Demonstration der LEO-PNT-Technologien sollen in der IOP-Phase Bausteine für eine Industrialisierung entwickelt werden. So wird die europäische Industrie darauf vorbereitet, eine operationelle LEO-PNT-Infrastruktur als Ergänzung der bestehenden Galileo-Infrastruktur aufzubauen. Ein entsprechendes EU-LEO-PNT-Programm schlägt die Europäische Kommission für den Zeitraum ab 2028 vor.
Nutzen
LEO-PNT ermöglicht eine weitere Verbesserung der europäischen Navigationsdienste, höhere Robustheit und mehr Resilienz. Die stärkeren Navigationssignale aus dem LEO bieten bessere Empfangsmöglichkeiten, auch in schwierigen Umgebungen. Durch zusätzliche Frequenzen können neuartige Dienste angeboten werden, zum Beispiel für den Empfang in Innenräumen. Navigationssignale aus mehreren Orbits, das heißt Galileo aus dem mittleren Erdorbit (MEO) und Celeste aus dem LEO, erhöhen die Robustheit gegenüber Störungen aller Art.
OpSTAR (Optical Synchronised Time And Ranging)
In-Orbit Demonstration (IOD)
Deutsche Investition in Millionen Euro
(wirtschaftliche Bedingungen 2025) ca.
114
Deutscher Industriebeitrag
Die deutsche Raumfahrtindustrie wird die führende Rolle in dieser Mission übernehmen. Deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben das Programm in aufeinander aufbauenden Projekten unter Leitung von OHB im Programm für Innovationen und Unterstützung im Bereich der Navigation (Navigation Innovation and Support Programme, NAVISP) der ESA vorbereitet. Diese Vorbereitungen wurden von der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR unterstützt und koordiniert. Die deutsche Technologieführerschaft beruht auf den jahrelangen Entwicklungen von Laserterminals für die Satellitenkommunikation.
Kurzbeschreibung
Die OpSTAR-IOD-Mission demonstriert die spezifische Nutzung von optischen Technologien (Laserverbindungen zwischen Navigationssatelliten) für globale Satelliten-Navigationssysteme (Global Navigation Satellite Systems, GNSS), insbesondere für Abstandsmessungen, Zeitübertragung und Synchronisation. Das Ziel von OpSTAR IOD ist es, die optischen Technologien weiter auszureifen. So werden sie für kommende Versionen von Galileo-Satelliten
operationell nutzbar.
Nutzen
Optische Satellitenverbindungen bieten ein enormes Potenzial für die Satellitennavigation. Die Genauigkeit, Stabilität und Sicherheit der Verbindungen erhöhen die Präzision der Navigationsdienste, vor allem aber die Autonomie und Resilienz des Galileo-Betriebs. Auch bei einem Ausfall von Bodenstationen könnten die Dienste über Tage und Wochen aufrechterhalten werden.
Genesis Deployment and Exploitation
(Bereitstellung und Auswertung)
Deutsche Investition in Millionen Euro
(wirtschaftliche Bedingungen 2022) ca.
17
Deutscher Industriebeitrag
KMU aus Deutschland haben wichtige Unteraufträge in Genesis gewonnen. Darüber hinaus bietet die Mission aufgrund eines relativ hohen Zielorbits eine besonders gute Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit eines Mikrolauncher aus Deutschland zu demonstrieren.
Kurzbeschreibung
Die Genesis-Mission verbindet auf einer mittleren Erdumlaufbahn erstmals alle vier geodätischen Messtechniken, um den internationalen terrestrischen Referenzrahmen (engl. ITRF) signifikant zu verbessern. Dies sind, neben GNSS: Laser-Abstandsmessungen zu Satelliten,
das Messverfahren der Langbasisinterferometrie (Very Long Baseline Interferometry, VLBI) sowie das satellitengestützte Doppler-Funkortungssystem „Doppler Orbitography and Radiopositioning Integrated by Satellite“ (DORIS). Die Verbesserung des ITRF ist ein Ziel der Internationalen Union für Geodäsie und Geophysik, das von den Vereinten Nationen bestätigt wurde.
Nutzen
Ein verbesserter ITRF bildet die Grundlage für geowissenschaftliche Forschung und deren Anwendungen. Das reicht von einer genaueren Bahnberechnung für den Betrieb von Satellitensystemen bis zur Überwachung des globalen Klimawandels, zum Beispiel durch die Veränderungen von Eisbedeckung oder Meeresspiegel. Deutschland ist wissenschaftlich im Bereich Geodäsie weltweit führend.
Höher- und Neuzeichnungen der Satellitennavigation
Amounts in euros rounded to the nearest cent: satellite navigation total: 969,465,376.07 | FutureNAV PNT Demonstrators: 236,050,000.00 (OpSTAR: 188,750,000.00 | Phases 0/A/B1: 22,500,000.00 | NovaMoon: 24,300,000.00) | NAVISP Element 1: 46,000,000.00 | NAVISP Element 2: 137,550,000.00 | NAVISP Element 3: 21,000,000.00 | FutureNAV LEO PNT: 484,799,174.74 | Future NAV GENESIS: 39,063,516.64
* Million euros/covered costs/economic conditions 2025/ESA/C-M(2025)100, rev. 5/1 December 2025
** The total amount includes 5,002,684.69 euros of subscriptions to ongoing programmes
*** This amount includes 50,000.00 euros subscriptions not distributed


