Szenario einer Monderkundung, künstlerische Darstellung (© ESA)
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EXPLORATION

Das Explorationsprogramm der ESA (European Exploration Envelope Programme, E3P) – auch Terrae Novae genannt – bündelt alle Forschungs- und Explorationsaktivitäten im niedrigen Erdorbit (Low Earth Orbit, LEO) am Mond und Mars. Dazu gehören viele robotische Missionen, wissenschaftliche Experimente und auch die Flüge der Astronautinnen und Astronauten zur ISS und später zu anderen Raumstationen und zum Mond. Ziel ist, die starke Rolle Europas in der Weltraumforschung und internationalen Exploration fortzusetzen und dabei Nutzen für die Gesellschaft zu erzeugen. Deutschland hat mit 885 Millionen Euro einen Rekordbeitrag für die neue Programmperiode (2026 bis 2028) bereitgestellt und hat damit seine Führungsrolle in dem Programm bestätigt.
Die Kapsel Nyx der deutschen Firma The Exploration Company (TEC) dient als Plattform für Experimente unter Weltraumbedingungen. Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR hat TEC beauftragt, wissenschaftliche Experimente mit einer Gesamtmasse von 160 Kilogramm an Bord von Nyx in den Weltraum zu bringen. (The Exploration Company (TEC))

LEO Cargo Return Service (LCRS) – neues Raumfahrzeug für den LEO-Transport

Der LEO Cargo Return Service ist ein ESA-Projekt mit starker deutscher Beteiligung. Es zielt darauf ab, die europäische Industrie zu befähigen, einen eigenständigen Service zu entwickeln, mit dem Raumstationen wie die ISS mit Fracht beliefert und Fracht vom Orbit auf die Erde gebracht werden kann. Solche Transporte sind essenziell, um Experimente, Nachschub oder Infrastruktur ins All zu bringen. Aktuell ist Europa dabei auf US-Anbieter angewiesen. Durch die Förderung kommerzieller Anbieter sollen diese international wettbewerbsfähig werden, Technologien sowie Wertschöpfung nach Europa holen und den europäischen Bedarf an Frachttransport, auch nach dem Betriebsende der ISS, zum Beispiel durch Nutzung kommerzieller Raumstationen, kosteneffizient decken.

Deutsche Investition
Teil der Gesamtzeichnung im E3P-Rahmenprogramm1)

Deutscher Industriebeitrag
The Exploration Company war einer der beiden Anbieter aus Phase 1, dazu Beiträge deutscher Unternehmen wie Jena-Optronik, Trumpf Laser- und Systemtechnik, ArianeGroup, Siemens, MT Aerospace, Fraunhofer, DLR.

Nutzen
Mit einem eigenen Frachtraumschiff, das Raumstationen im Erdorbit versorgen kann, gewinnt Europa strategische Unabhängigkeit und kann damit sowohl seinen Zugang zu zukünftigen Stationen sichern als auch als starker Partner in internationalen Kooperationen auftreten. Die Nutzung des Weltraums bietet vielfältige wissenschaftliche und technische Möglichkeiten, die so erreichbar werden.

1) (Deutschland hat im Rahmen der MK-Zeichnung in Exploration nur eine Indikation für die Beteiligung an Marsmissionen gegeben (60 Millionen Euro). Der Rest der insgesamt 885 Millionen Euro wurde dem Rahmenprogramm als Ganzes zugeteilt. Somit sind in den Missions- und Projektbeschreibungen keine konkreten Investitionsangaben möglich.

Die Orion-Raumschiffe umkreisen mehrmals den Mond und kehren dann wieder zur Erde zurück. (NASA, photo montage: DLR)

Europäisches Servicemodul (ESM): Fortsetzung der starken Partnerschaft mit der NASA

Im Rahmen des Artemis-Programms der NASA ist das Europäische Servicemodul (ESM) ein wichtiger Teil des Orion-Raumfahrzeugs. Es treibt die US-amerikanische Crew-Kapsel an, trägt zur Temperaturregulierung bei und versorgt das Crew-Modul mit Strom und Verbrauchsstoffen. Nach einem erfolgreichen ersten Testflug um den Mond mit ESM-1 im Jahr 2022 (Artemis I) ist auch ESM-2 im laufenden Jahr Teil des ersten Fluges von Menschen zum Mond seit 50 Jahren (Artemis II). In den darauffolgenden Missionen bringt Orion die Crew zu einem astronautischen Landeelement für Mondlandungen sowie zu der Mondumlaufstation Gateway. Bisher hat Europa die Lieferung von sechs ESMs mit der NASA vereinbart, um im Artemis-Programm die astronautische Rückkehr auf den Mond zu ermöglichen. In den kommenden Jahren wird das ESM als wichtiges Element des Orion-Raumfahrzeugs fortgeführt und gleich­zeitig die mögliche Evolution des ESM für den Einsatz in anderen zukünftigen Missionen untersucht.

Deutsche Investition
Teil der Gesamtzeichnung im E3P-Rahmenprogramm

Deutscher Industriebeitrag
Die Produktion des ESM wird von Airbus Defence and Space in Bremen geführt. Im Unterauftrag befinden sich ArianeGroup aus Bremen und Lampoldshausen, E.I.S. Electronics, Filcon Electronic GmbH und Tesat-Spacecom

Nutzen
Mit dem ESM trägt Europa und insbesondere Deutschland ein kritisches Element zum US-amerikanischen Orion-Raumfahrzeug und somit zum Mondexplorationsprogramm der NASA bei. Mit Orion werden nach mehr als 50 Jahren erstmals wieder Menschen zum Mond gebracht, dieses Mal mit dem Ziel, eine nachhaltige astronautische Präsenz auf dem Mond aufzubauen. Zudem wird das ESM als Beitrag zum Lunar Gateway und zur ISS angerechnet, wodurch Europa im Gegenzug Zugang zu den Stationen sowie Astronautenflüge zum Gateway erhält. Der erste Astronaut oder die erste Astronautin wird dabei ein deutscher ESA-Astronaut oder eine deutsche ESA-Astronautin sein.

In der LUNA-Anlage trainieren künftig Astronautinnen und Astronauten in den verschiedensten Erkundungsszenarien die Arbeit auf der Mondoberfläche mit Instrumenten, am Lander und in Kooperation mit Robotern. (DLR/ESA)

Argonaut Landeelement Lunar Descent Element (LDE): europäischer Mondlander mit großer deutscher Beteiligung

Der Argonaut wird ein europäischer robotischer Mondlander sein, der bis zu 1,5 Tonnen Nutzlasten wie Technologiedemonstrationen, wissenschaftliche Experimente und Versorgungsgüter auf die Mondoberfläche bringen kann. Eine Argonaut-Mission besteht jeweils aus dem generischen Landemodul (Lunar Descent Element LDE) und einem missionsspezifischen Nutzlastpaket. Mit der ersten Argonaut-Mission sollen bis zu zwei robotische Elemente aus Europa zum Mond gebracht werden.

Deutsche Investition
Teil der Gesamtzeichnung im E3P-Rahmenprogramm

Deutscher Industriebeitrag
Aktuell befindet sich das Landemodul unter der Führung von Thales Alenia Space in Italien in Entwicklung. Das deutsche Raumfahrtunternehmen OHB ist hier für die Arbeitspakete Telemetrie und Kommandierung sowie Bahn- und Lageregelung, welches auch den Landevorgang beinhaltet, zuständig. Ein Unterauftragnehmer ist das DLR-Institut für Raumfahrtsysteme. Die Ausschreibungen für die Nutzlasten der ersten Argonaut-Mission stehen noch aus, aber Deutschland beabsichtigt, hier eine Führungsrolle einzunehmen.

Nutzen
Mit Argonaut wird erstmals ein europäisches Raumfahrzeug auf dem Mond landen. Europa erlangt damit die wichtige strategische Fähigkeit, selbstständig auf dem Mond agieren zu können. Dies steigert auch die Attraktivität als Partner in internationalen Kooperationen (zum Beispiel im NASA-Artemis-Programm). Mittelfristig sollen über solche Kooperationen auch der Mitflug europäischer Astronautinnen und Astronauten zur Mondoberfläche ermöglicht werden. Die erste Mission soll vor allem die europäischen Fähigkeiten einer automatisierten Landung sowie der robotischen Mobilität auf der Mondoberfläche demonstrieren. Bis Ende 2030 soll die Mission mit einer europäischen Ariane-64-Rakete starten. Mit späteren Missionen soll Argonaut auch Beiträge zum Artemis-Mondprogramm der USA liefern.

Neuzeichnungen des Europäischen Rahmenprogramms für Exploration (European Exploration Envelope Programme E3P)

© DLR

Amounts in euros rounded to the nearest cent: E3P total: 2,975,690,000.00 | LEO: 704,000,000.00 | Moon: 620,000,000.00 | Mars: 445,300,000.00 | Exploration Science: 100,700,000.00 | ExPeRT: 132,800,000.00 | not distributed: 972,890,000.00

* Million euros/covered costs/economic conditions 2025/ESA/C-M(2025)100, rev. 5/1 December 2025

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